Hautpflegebehandlung im Kosmetikinstitut
nach kosmetischen Hauttypen

Hauptsächlich werden die folgend gelisteten  Hauttypen in der Kosmetik benannt. Dabei geht es nicht um die Hauttypen bezüglich der Reaktion auf Sonne (UV-Strahlung). Neben den unten benannten kosmetischen Hauttypen gibt es viele Mischformen und besondere Hauttypen. Nicht zu verwechseln ist der „Hauttyp“ mit dem Hautzustand, den zusätzlichen Effloreszenzen (= Hautveränderungen – Man unterscheidet zwischen Primär- und Sekundäreffloreszenzen) oder dem Dermographismus (Erscheinungen auf der Haut – so viel wie Hautschrift oder Hautzeichnung. Das medizinische Erscheinungsbild wurde 1858 erstmals beschrieben.)

1. Sebostase/trockene Haut:
Trockene Haut sieht beneidenswert aus, wenn sie jung ist. Hautunreinheiten, fettiger Glanz, Überempfindlichkeit und große Poren sind hier nicht zu finden. Mit zunehmendem Alter benötigt sie aber viel Pflege, denn die Talgdrüsen produzieren zu wenig Fett. Dadurch kann sich auf der Haut kein ausreichend dicker Schutzfilm aus Fett bilden. Die äußerlichen Merkmale der Haut sind feinporig, dünn, mit Neigung zu Knitterfältchen, Teleangiektasien (großflächig=Couperose), Milien (Grießkörnchen).
Mögliche Ursachen:
Verminderte Talgdrüsenproduktion und verminderte Schweißdrüsentätigkeit,vererbt, altersbedingt. Die Hornschicht leidet darunter besonders, denn die Hautzellen grenzen nicht mehr so dicht aneinander. Es bilden sich mikroskopisch kleine Lücken, durch die die Haut Feuchtigkeit verliert und durch die sie schädliche Umwelteinflüsse nahezu ungehindert erreichen. Die schnelle Austrocknung der Haut führt dazu, dass sich schon früh Falten bilden. Wie bei fettiger Haut ist auch die Veranlagung zu trockener Haut meist vererbt.

2. Seborrhoe oleosa/fettige Haut:
die Merkmale der Haut sind großporig, dick, fett glänzend. Hauterscheinungen: Komedonen (Mitesser), Papeln (Erhebungen), Pusteln (Pickel).

Mögliche Ursachen:
Der Talg fließt unaufhörlich = große Poren, verstärkte Schweißdrüsentätigkeit. Nur 10% haben eine typisch fettige Haut. Sie tritt aufgrund der Hormonverschiebung oft in der Pubertät auf. Für die Reinigung eignet sich hier eine seifenfreie Reinigung (Syndet) oder Gel und Gesichtswasser mit „nicht austrocknendem Alkohol“. Passend sind auch fettfreie, fettregulierende Masken. Für die Pflege: Öl-in-Wasser-(O/W)-Creme ohne Fett (eventuell als Gel) mit entzündungshemmenden oder antibakteriellen Wirkstoffen. Tipp: Peelings mit Fruchtsäuren oder Kunststoffkügelchen klären das Hautbild. Einmal pro Woche anwenden, aber nicht auf den Pickeln reiben, sonst können sie sich entzünden. Wichtig: mild und hautfreundlich reinigen, adstringierendes (zusammenziehendes), entzündungshemmendes Gesichtswasser (wenig Alkohol), High-Tech Cremes für fettige haut (ggf. ohne Emulgatoren) oder herkömmliche Öl-in-Wasser-Emulsion (O/W) mit talgflussregulierenden und ggf. entzündungshemmenden Wirkstoffen.
–> Keine zu stark und zu schnell entfettende Maßnahmen. Die Haut produziert dann ggf. schnell Hautfett nach.

3. Seborrhoe sicca und Mischhaut:
Die Mischhaut ist das am häufigsten vorkommende Hautbild. Die Merkmale der Haut sind in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) oft fettig, im Wangenbereich eher trocken.
Mögliche Ursachen:
Eine verminderte Sehweißdrüsentätigkeit, der Talg ist sehr zähflüssig. Die Komedonen (Einlagerungen) lassen sich nur schwer entfernen, daher ziehe ich die Massage vor und führe danach die Ausreinigung durch. Bei diesem Hautmischtyp ist die Haut in der sogenannten T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) eher fettig, dort sprießen Pickel. Dagegen sind die Wangen trocken, an diesen Stellen spannt die Haut und schuppt sich. Dieser Hauttyp verlangt eine Pflege, die auf die jeweilige Region abgestimmt ist. Reinigung und Pflege bevorzugt biologisches Peeling (Enzyme oder auch lösende chemische Peelings), viel Feuchtigkeit; Bei Knitterfältchen >> Augencreme, Augenmasken und Spezialbehandlungen.

4. Normale Haut:
Der Hauttyp, der kaum noch bei den meisten Besuchern in meiner Praxis anzutreffen ist. Sie zeichnet sich durch ihre Umkompliziertheit aus, ist weder zu trocken noch feuchtigkeitsarm. Kann man hier also von einem realen „Hauttyp“ sprechen?

Neben Hauttypen sind die Hautbedürfnisse und die Jahreszeiten abhängig unterschiedlichen Pflegeanforderungen allerdings wesentlich wichtiger. Die Hautbedürfnisanalyse und die Hautanalyse gehen daher weniger auf Hauttypen ein als vielmehr auf das was die Haut derzeit benötigt und welche unerwünschten Hautgefühle bestehen. Die präventive Gesunderhaltung und die Zusammenarbeit des Kosmetikers mit einem Dermatologen ist daher sehr wichtig und von Vorteil für den Kunden/den Patienten.

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